Glossar – Gesellschaftsrecht von A bis Z
Gesellschaftsrecht betrifft jeden, der ein Unternehmen gründet, führt oder daran beteiligt ist. Viele Begriffe tauchen in Gesellschaftsverträgen, Gesellschafterbeschlüssen, M&A-Dokumenten oder Gerichtsdokumenten auf – und werden selten erklärt. Dieses Glossar ändert das.
Hier finden Sie die wichtigsten Begriffe des Gesellschaftsrechts: klar definiert, ohne unnötiges Juristendeutsch, aber mit dem nötigen rechtlichen Tiefgang. Von Abfindung bis Zustimmungsvorbehalt – alphabetisch sortiert, direkt abrufbar.
Das Glossar richtet sich an Geschäftsführer, Gesellschafter und Manager, die verstehen wollen was rechtlich passiert – nicht nur was ein Anwalt ihnen sagt.
Hinweis: Dieses Glossar ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Wenn Sie konkrete Fragen zu Ihrer Situation haben, sprechen Sie uns an.
A
- Abfindung des Gesellschafters — Wer aus einer GmbH ausscheidet – ob freiwillig oder erzwungen – hat Anspruch auf eine Abfindung. Wie hoch sie ist, bestimmt die Satzung. Was die…
- Abtretung von Geschäftsanteilen — Die Abtretung ist der Übertragungsakt für GmbH-Geschäftsanteile. Sie ist formbedingend – ein Mändlungsgemäßes unter der Hand funktioniert nicht. Form: Die Abtretung muss notariell beurkundet werden…
- Agio / Disagio — Agio und Disagio beschreiben den Unterschied zwischen dem Nennwert und dem tatsächlichen Ausgabe- oder Rückzahlungsbetrag eines Wertpapiers oder Anteils. Agio (Aufgeld): Der Ausgabebetrag liegt über…
- Anrechnung Gewerbesteuer (§ 35 EStG) — Personengesellschaften zahlen Gewerbesteuer – und die Gesellschafter sollen dadurch nicht doppelt belastet werden. § 35 EStG schafft einen pauschalen Ausgleich. Mechanismus: Der Gewerbesteuer-Messbetrag des Unternehmens…
- Anrechnung Kapitalertragsteuer — Die Kapitalertragsteuer ist eine Quellensteuer – sie wird an der Quelle einbehalten. Aber sie ist keine endgültige Belastung, wenn der Empfänger der Leistung der normalen…
- Asset Deal — Beim Asset Deal werden nicht Anteile an einer Gesellschaft gekauft, sondern einzelne Vermögenswerte: Maschinen, Grundstücke, Verträge, Marken, Forderungen – was auch immer der Käufer haben…
- Auskunftsrecht des Gesellschafters — Jeder Gesellschafter hat das Recht, sich über die Angelegenheiten der Gesellschaft zu informieren. Das ist nicht nur ein Soft Right – es ist ein einklagbares…
B
- Besteuerung der KG — Die Kommanditgesellschaft ist steuerlich transparent – die KG selbst zahlt keine Einkommensteuer. Die Gewinne werden den Gesellschaftern zugerechnet und bei diesen versteuert. Komplementär vs. Kommanditist:…
- Betriebsaufspaltung — Die Betriebsaufspaltung ist ein häufig genutztes Gestaltungsmodell – und ein regelmäßiger Streitpunkt mit dem Finanzamt. Struktur: Eine Besitzgesellschaft (oft eine Personengesellschaft oder Einzelperson) hält die…
- Bundesamt für Justiz (BfJ) — Das Bundesamt für Justiz ist eine Behörde im Geschäftsbereich des Bundesjustizministeriums. Es ist zuständig für die Überwachung der Offenlegungspflichten von Kapitalgesellschaften – und für die…
C
- Change of Control — Change of Control – kurz CoC – bezeichnet den Wechsel der Kontrolle über eine Gesellschaft. Das klingt neutral. Es ist es nicht: CoC-Klauseln in Verträgen…
- Corporate Housekeeping — Corporate Housekeeping ist die laufende gesellschaftsrechtliche Pflege einer GmbH. Es klingt nach Verwaltung. Es ist Risikoprävention. Was dazu gehört: Gesellschafterliste aktuell halten und zum Handelsregister…
D
- D&O-Versicherung — Die D&O-Versicherung – Directors & Officers – ist die Haftpflichtversicherung für Geschäftsführer und Vorstände. Sie zahlt, wenn das Management wegen Pflichtverletzungen in Anspruch genommen wird.…
- Deadlock-Klausel — Ein Deadlock liegt vor, wenn die Gesellschafter sich nicht einigen können und die GmbH handlungsunfähig ist. Klassisch: zwei Gesellschafter, je 50%, zerstritten. Kein Beschluss möglich.…
- Drag-along / Tag-along — Drag-along und Tag-along sind Mitnahmerechte bei Unternehmensverkäufen – und sie funktionieren in entgegengesetzte Richtungen. Drag-along (Mitziehrecht): Der Mehrheitsgesellschafter kann die Minderheit zwingen, ihre Anteile ebenfalls…
- Dualität des Geschäftsführers — Der Geschäftsführer lebt in zwei Rechtsverhältnissen gleichzeitig – und wer das nicht versteht, verliert im Konflikt. Ebene 1: Organstellung (GmbH-Recht). Die Bestellung macht jemanden zum…
- Due Diligence — Due Diligence ist die systematische Prüfung eines Unternehmens vor dem Kauf. Sie ist keine Option – sie ist Pflicht. Wer ohne Due Diligence kauft, kauft…
E
- Earn-out — Der Earn-out ist eine Kaufpreisklausel: Ein Teil des Kaufpreises wird erst später gezahlt – abhängig davon, wie das Unternehmen nach dem Kauf performt. Die Logik:…
- Einkunftsarten nach EStG — Das deutsche Einkommensteuerrecht kennt sieben Einkunftsarten. Welche Einkunftsart vorliegt, entscheidet über Steuersatz, Abzugsmöglichkeiten und Verlustverrechnung. Die sieben Einkunftsarten: (1) Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft. (2)…
- Einziehung von Geschäftsanteilen — Die Einziehung ist der gesellschaftsrechtliche Rauswurf. Ein Geschäftsanteil wird vernichtet – der Gesellschafter scheidet aus, erhält aber eine Abfindung. Voraussetzung: Die Satzung muss die Einziehung…
- Enthaftung des Geschäftsführers — Enthaftung ist kein Zauberwort – aber es gibt Möglichkeiten, die persönliche Haftung des Geschäftsführers zu reduzieren oder auszuschließen. Wer sie nicht nutzt, haftet auf Vorrat.…
- Erbregelung in der Satzung — Was passiert mit GmbH-Anteilen wenn ein Gesellschafter stirbt? Ohne Satzungsregelung: Sie fallen in den Nachlass und werden Teil der Erbengemeinschaft. Das ist fast immer ein…
- Existenzvernichtungshaftung — Die Existenzvernichtungshaftung ist die Antwort des BGH auf die Frage: Was passiert, wenn ein Gesellschafter die GmbH systematisch ausplündert? Grundsatz: Die GmbH haftet beschränkt. Gesellschafter…
F
- Formwechsel — Beim Formwechsel ändert eine Gesellschaft ihre Rechtsform – ohne Auflösung, ohne Liquidation, ohne Übertragung. Die Identität der Gesellschaft bleibt erhalten. Typische Konstellationen: GmbH wird AG…
G
- Genossenschaftsregister — Das Genossenschaftsregister ist das amtliche Verzeichnis aller eingetragenen Genossenschaften (eG) in Deutschland. Es wird wie das Handelsregister beim zuständigen Amtsgericht geführt. Was eingetragen wird: Name…
- Geschäftsführerbestellung — Kein Geschäftsführer ohne Bestellungsakt. Die Bestellung ist der gesellschaftsrechtliche Akt, der jemanden zum Organ der GmbH macht. Davon zu trennen ist der Anstellungsvertrag – das…
- Geschäftsführerhaftung — Der Geschäftsführer haftet persönlich. Die GmbH schirmt ihn nicht ab – jedenfalls nicht vollständig. Wer das nicht weiß, lebt gefährlich. Drei Haftungsfelder dominieren die Praxis:…
- Geschäftsführervertrag — Der Geschäftsführervertrag ist das schuldrechtliche Rückgrat der GF-Stellung. Bestellung und Vertrag sind zwei verschiedene Dinge – wer das nicht weiß, verliert im Konflikt. Der Vertrag…
- Gesellschafterausschluss — Einen Gesellschafter aus der GmbH zu drängen ist schwerer als viele denken – und leichter als viele befürchten. Es kommt auf die Satzung an. Zwei…
- Gesellschafterbeschluss — Beschlüsse der Gesellschafterversammlung sind das wichtigste Steuerungsinstrument der GmbH. Wer sie nicht dokumentiert, hat im Streit ein Problem. Einfache Mehrheit genügt für die meisten Beschlüsse…
- Gesellschafterdarlehen — Ein Gesellschafterdarlehen in der Krise ist fast immer verloren. Das ist keine Meinung – das ist Gesetz. § 39 InsO: Gesellschafterdarlehen sind im Insolvenzverfahren nachrangig.…
- Gesellschafterliste — Die Gesellschafterliste ist das offizielle Verzeichnis aller Gesellschafter einer GmbH – mit Namen, Anschriften, Beteiligungshöhe und Geschäftsanteilsnummern. Sie liegt beim Handelsregister und ist öffentlich einsehbar.…
- Gesellschafterversammlung — Die Gesellschafterversammlung ist das oberste Organ der GmbH. Was hier beschlossen wird, bindet die Geschäftsführung – nicht umgekehrt. Mindestens einmal jährlich muss eine ordentliche Gesellschafterversammlung…
- Gewerbesteuer — Die Gewerbesteuer ist eine Gemeindesteuer – sie fließt an die Gemeinde, in der das Unternehmen seinen Sitz hat. Jedes gewerbliche Unternehmen zahlt sie, Personengesellschaften und…
- Gewinnentnahme — Gesellschafter einer GmbH haben Anspruch auf ihren Anteil am Gewinn – aber erst nach einem Gesellschafterbeschluss über die Gewinnverteilung. Der Ablauf: Jahresabschluss erstellen, Gesellschafterversammlung, Beschluss…
- GmbH-Gründung — Eine GmbH gründen ist kein Hexenwerk. Aber wer es falsch macht, zahlt doppelt – spätestens wenn die Satzung nicht passt oder das Stammkapital nicht stimmt.…
- Good Leaver / Bad Leaver — Good Leaver oder Bad Leaver – diese Unterscheidung entscheidet darüber, zu welchem Preis ein ausscheidender Gesellschafter seine Anteile abgeben muss. Good Leaver: Wer aus Gründen…
- Grundbuch — Das Grundbuch ist das amtliche Register für Grundstücke und Grundstücksrechte – eingeteilt nach Grundbüchern der Amtsgerichte. Es dokumentiert Eigentum, Belastungen und Rechte an Grundstücken. Aufbau:…
H
- Haftungsdurchgriff — Die GmbH haftet mit ihrem Vermögen. Die Gesellschafter haften nicht – das ist das Grundprinzip. Der Haftungsdurchgriff ist die Ausnahme von diesem Prinzip. Durchgriffshaftung bedeutet:…
- Handelsregister — Das Handelsregister ist das öffentliche Verzeichnis aller Kaufleute und Handelsgesellschaften in Deutschland. Es wird beim zuständigen Amtsgericht geführt – seit 2007 elektronisch und online abrufbar.…
- Holding — Eine Holding ist eine Gesellschaft, die Anteile an anderen Gesellschaften hält – und nichts anderes tut. Sie ist kein eigenständiger Rechtstyp, sondern eine Funktion: Dachgesellschaft,…
J
- Jahresabschluss-Offenlegung — Kapitalgesellschaften sind gesetzlich verpflichtet, ihren Jahresabschluss zu veröffentlichen. Das klingt nach Bürokratie. Es ist eine Haftungsfrage. Wer muss offenlegen: Alle GmbHs, AGs, UGs – unabhängig…
K
- Kapitalerhöhung — Die Kapitalerhöhung ist der formale Weg, einer GmbH neues Eigenkapital zuzuführen – gegen Ausgabe neuer Geschäftsanteile oder durch Erhöhung bestehender Anteile. Voraussetzungen: Gesellschafterbeschluss mit 75%-Mehrheit,…
- Kapitalertragsteuer (KapESt) — Die Kapitalertragsteuer ist eine Quellensteuer auf Kapitalerträge – also auf Gewinnausschüttungen der GmbH an ihre Gesellschafter. Sie beträgt 25% zuzüglich Soli und ggf. Kirchensteuer. Funktionsweise:…
- Kapitalrücklage — Die Kapitalrücklage ist der Teil des Eigenkapitals einer GmbH, der über das Stammkapital hinaus von Gesellschaftern eingezahlt wird – ohne dass damit neue Geschäftsanteile ausgegeben…
- Kaufpreisanpassung — Der Kaufpreis im M&A-Vertrag ist selten endgültig. Kaufpreisanpassungsmechanismen sorgen dafür, dass der tatsächliche Wert des Unternehmens zum Übergangszeitpunkt den vereinbarten Kaufpreis beeinflusst. Locked Box vs.…
- Körperschaftsteuer (KSt) — Die Körperschaftsteuer ist die Ertragsteuer der GmbH. Sie beträgt 15% des zu versteuernden Einkommens – zuzüglich Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer. Die effektive Gesamtsteuerbelastung einer GmbH liegt…
- Kosten der Schiedsgerichtsbarkeit — Schiedsgerichtsbarkeit ist nicht billig. Wer das nicht weiß, erlebt eine unangenehme Überraschung. Kostenhöhe: Bei einem institutionellen Schiedsverfahren nach DIS-Regeln mit einem Streitwert von 1 Million…
L
- Letter of Intent — Der Letter of Intent – kurz LOI – ist die Absichtserklärung zu Beginn einer M&A-Transaktion. Er ist kein Kaufvertrag. Er bindet nicht zum Kauf. Aber…
M
- MBI (Management Buy-in) — Beim Management Buy-in kauft ein externes Management – das bisher nicht im Unternehmen tätig war – das Unternehmen und übernimmt gleichzeitig die Führung. Es ist…
- MBO (Management Buy-out) — Beim Management Buy-out kauft das bestehende Management das Unternehmen vom bisherigen Eigentümer. Es ist die häufigste Form der Nachfolge in Familienunternehmen, wenn kein Familienmitglied übernehmen…
- Mediation — Mediation ist ein strukturiertes, vertrauliches Verfahren zur außergerichtlichen Streitbeilegung. Ein neutraler Dritter – der Mediator – hilft den Parteien, selbst eine Lösung zu finden. Er…
- Mediationspflicht — Eine Mediationspflicht kann in Gesellschafterverträgen, Satzungen oder Kooperationsvereinbarungen vereinbart werden: Bevor ein Gesellschafter klagt, muss er zunächst ein Mediationsverfahren durchführen. Zweck: Streitigkeiten sollen möglichst außergerichtlich…
- Mittelstandsbauch — Der Mittelstandsbauch ist kein offizieller Steuerbegriff – aber ein Begriff der Praxis für ein reales Problem: Der Einkommensteuertarif steigt in Deutschland bei Einkommen zwischen etwa…
N
- NDA (Non-Disclosure Agreement) — Das NDA – Non-Disclosure Agreement, auf Deutsch Vertraulichkeitsvereinbarung – ist das erste Dokument, das in jedem M&A-Prozess unterzeichnet wird. Bevor irgendwelche Informationen fließen, schreiben beide…
O
- Organhaftung — Organhaftung ist der Oberbegriff für die Haftung von Geschäftsführern und Gesellschaftern gegenüber der Gesellschaft. Sie ist der Kern des gesellschaftsrechtlichen Verantwortlichkeitssystems. Geschäftsführer haften nach §…
Q
- Qualifizierte Nachfolgeklausel — Die qualifizierte Nachfolgeklausel ist das präziseste Instrument der erbschaftsrechtlichen Satzungsgestaltung: Nicht jeder Erbe darf Gesellschafter werden – nur wer bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Prinzip: Die Satzung…
S
- Satzung — Die Satzung ist das Grundgesetz der GmbH. Sie regelt alles, was nicht schon das GmbHG zwingend vorgibt – und das ist mehr als die meisten…
- Schiedsgericht — Ein Schiedsgericht ist ein privates Gericht – von den Parteien eingesetzt, mit selbst gewählten Richtern, außerhalb der staatlichen Justiz. Sein Spruch ist vollstreckbar wie ein…
- Schiedsklausel — Eine Schiedsklausel in der Satzung oder im Gesellschaftervertrag schließt die ordentlichen Gerichte für gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten aus und überträgt sie an ein Schiedsgericht. Warum Schiedsgericht? Vertraulichkeit…
- Selbstbehalt D&O — Der Selbstbehalt bei der D&O-Versicherung ist der Betrag, den das versicherte Organmitglied im Schadensfall selbst trägt – bevor die Versicherung einspringt. Gesetzliche Pflicht bei der…
- Series A / B / C — Series A, B, C bezeichnen die Finanzierungsrunden eines Start-ups oder Wachstumsunternehmens. Jede Runde bringt Kapital, verändert die Gesellschafterstruktur und setzt neue Bewertungs- und Governance-Maßstäbe. Seed…
- Share Deal — Beim Share Deal werden Anteile an einer Gesellschaft gekauft – nicht einzelne Vermögenswerte. Der Käufer übernimmt die Gesellschaft mit allem, was drin ist. Vorteil: Einfache…
- Solidaritätszuschlag (Soli) — Der Solidaritätszuschlag ist ein Zuschlag auf die Körperschaft- und Einkommensteuer. Er beträgt 5,5% der festgesetzten Steuer. Für natürliche Personen: Seit 2021 ist der Soli für…
- SPA (Share Purchase Agreement) — Der Share Purchase Agreement – kurz SPA – ist der Kaufvertrag bei einem Share Deal. Er ist das zentrale rechtliche Dokument der M&A-Transaktion und regelt…
- Spaltung — Spaltung ist das Gegenteil der Verschmelzung: Eine Gesellschaft wird aufgeteilt – ganz oder teilweise. Drei Varianten: Aufspaltung – die Gesellschaft wird aufgelöst und ihr Vermögen…
- Stammkapital — 25.000 Euro. Das ist das gesetzliche Mindest-Stammkapital der GmbH nach § 5 GmbHG. Es klingt nach viel. Es ist in der Praxis wenig – und…
- Steuertransparenz — Steuertransparenz bedeutet: Eine Gesellschaft wird steuerlich nicht selbst besteuert – die Gewinne werden direkt den Gesellschaftern zugerechnet und bei diesen versteuert. Das ist das Gegenmodell…
- Stiftungsregister — Das Stiftungsregister ist seit dem 1. Januar 2026 das zentrale bundesweite Register aller rechtsfähigen Stiftungen des bürgerlichen Rechts in Deutschland. Davor gab es keine einheitliche…
- Stille Gesellschaft — Die stille Gesellschaft ist eine Beteiligungsform, bei der der stille Gesellschafter am Unternehmen eines anderen partizipiert – ohne nach außen in Erscheinung zu treten. Sein…
- Stimmrecht — Das Stimmrecht ist die wichtigste Waffe des Gesellschafters. Wer die Mehrheit hat, bestimmt – in den meisten Fällen. Grundsatz: Das Stimmrecht richtet sich nach der…
- Stock Option Program (ESOP) — Ein Stock Option Program – oder Employee Stock Option Plan (ESOP) – gibt Mitarbeitern das Recht, Anteile am Unternehmen zu einem vorher festgelegten Preis zu…
T
- Tannenbaum-Theorie — Die Tannenbaum-Theorie ist kein Gesetz und kein Urteil – sondern ein Bild aus der Beratungspraxis. Es beschreibt, wie Unternehmensgruppen im Laufe der Zeit wachsen: Die…
- Transparenzregister — Das Transparenzregister ist ein Register, in dem die wirtschaftlich Berechtigten von Unternehmen, Trusts und anderen Vereinigungen eingetragen werden müssen. Es dient der Bekämpfung von Geldwäsche…
U
- Umwandlungsgesetz — Das Umwandlungsgesetz (UmwG) ist der rechtliche Rahmen für alle wesentlichen Umstrukturierungsmaßnahmen von Gesellschaften: Verschmelzung, Spaltung, Vermögenübertragung und Formwechsel. Vor dem UmwG: Jede Umstrukturierung erforderte Einzelabtretungen,…
- Umwandlungssteuergesetz (UmwStG) — Das Umwandlungsgesetz regelt die gesellschaftsrechtliche Seite von Umstrukturierungen. Das UmwStG regelt die steuerliche Seite – und die ist oft die entscheidende. Grundsatz: Umwandlungen sind gesellschaftsrechtlich…
- Unternehmensbewertung — Was ist ein Unternehmen wert? Die ehrliche Antwort: Was ein informierter Käufer zu zahlen bereit ist. Alles andere ist Theorie – nützliche Theorie, aber Theorie.…
- Unternehmensregister — Das Unternehmensregister ist die zentrale Online-Plattform für alle unternehmensbezogenen Registerdaten in Deutschland – unter www.unternehmensregister.de. Es ist kein eigenes Register, sondern ein Datenaggregator. Was dort…
- Unternehmergesellschaft (UG) haftungsbeschränkt — Die UG ist die günstige Eintrittskarte in die Haftungsbeschränkung – kein Stammkapital von 25.000 €, theoretisch ab 1 €. Praktisch sollten zumindest die Gründungskosten gedeckt…
V
- Vereinsregister — Das Vereinsregister ist das amtliche Verzeichnis aller eingetragenen Vereine (e.V.) in Deutschland. Es wird beim zuständigen Amtsgericht geführt – Eintragung ist freiwillig, aber Voraussetzung für…
- Verschmelzung — Zwei Gesellschaften werden eine. Das ist die Verschmelzung – das wohl bekannteste Instrument des Umwandlungsrechts. Zwei Wege: Verschmelzung durch Aufnahme – eine Gesellschaft übernimmt die…
- Vesting — Vesting bedeutet: Anteile oder Optionen werden nicht sofort vollständig übertragen – sie erden über Zeit verdient. Wer früh ausscheidet, behält weniger. Die Logik: Ein Gründer…
- Vesting Clauses — Vesting Clauses sind die vertraglichen Regelungen, die das Vesting-Prinzip umsetzen. Sie bestimmen wann, wie viel und unter welchen Umständen Anteile vollständig auf den Berechtigten übergehen.…
- Vinkulierung — Vinkulierung bedeutet: Geschäftsanteile können nur mit Zustimmung der Gesellschaft übertragen werden. Sie ist das wichtigste Instrument, um die Gesellschafterstruktur zu kontrollieren. Ohne Vinkulierung kann jeder…
- Vorkaufsrecht — Das Vorkaufsrecht gibt einem Gesellschafter das Recht, Anteile, die ein anderer Gesellschafter verkaufen will, zu denselben Konditionen zu erwerben – bevor ein Dritter zum Zug…
- Vorstand, Aufsichtsrat, Geschäftsführer – Abgrenzung — Vorstand, Aufsichtsrat, Geschäftsführer – drei Begriffe, drei Rechtsformen, drei Haftungsregime. Wer sie verwechselt, macht Fehler. Geschäftsführer (GmbH): Geschäftsführungsorgan der GmbH. Bestellung durch Gesellschafterbeschluss, jederzeit widerrufbar.…
- VSOP (Virtual Stock Option Program) — Das VSOP ist die pragmatische Alternative zum echten Stock Option Program: Mitarbeiter erhalten keinen echten Anteil, sondern einen schuldrechtlichen Anspruch auf eine Zahlung, die so…
W
- Wandelanleihe — Eine Wandelanleihe ist ein Finanzierungsinstrument zwischen Fremd- und Eigenkapital: Der Investor gibt Geld als Darlehen – mit dem Recht oder der Pflicht, dieses Darlehen später…
- Wandeldarlehen — Das Wandeldarlehen ist das Startup-Pendant zur Wandelanleihe – einfacher in der Struktur, häufig ohne die formalen Anforderungen einer Anleihe, und besonders verbreitet in Frühphasenfinanzierungen. Prinzip:…
- Wettbewerbsverbot des Gesellschafters — Darf ein Gesellschafter der GmbH Konkurrenz machen? Grundsätzlich: Es kommt auf die Satzung und auf die Rolle des Gesellschafters an. Geschäftsführender Gesellschafter: Ihm ist Konkurrenzgeschäft…
Z
- Zustimmungsvorbehalt — Der Zustimmungsvorbehalt schränkt die Handlungsfreiheit des Geschäftsführers ein: Für bestimmte Geschäfte braucht er die vorherige Zustimmung der Gesellschafterversammlung. Rechtliche Grundlage: Gesellschafter können dem GF Weisungen…
Ü
- Übertragende Sanierung — Die übertragende Sanierung ist der häufigste Weg, ein insolventes Unternehmen zu erhalten: Das Unternehmen als solches stirbt – aber der Betrieb lebt weiter. Prinzip: Der…
